Steuer ABC

A B E F G I K L M P S Ü V W Z

A

Abgeltungssteuer

Besondere Erhebungsform der Einkommensteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen, z.B. Zinsen und Aktiengewinne. Der Steuersatz beträgt 25%

Abschreibung

Verteilung der Anschaffungskosten für ein Wirtschaftsgut auf die Nutzungsdauer, z.B. Gebäude 50 Jahre = 2%, PKW 6 Jahre = 16,66%. Abkürzung: AfA

Absetzen

"von der Steuer absetzen" heißt, Kosten als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend machen. Das mindert das Einkommen und somit die Steuerlast

B

Betriebsausgaben

Kosten für den Betrieb bei Selbständigen und Gewerbetreibenden. Die betriebliche Veranlassung muss nachgewiesen werden. Manche Kosten sind gesetzlich vom Abzug ausgeschlossen

Bilanz

Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben und des Vermögens eines gewerblichen Betriebs ab einer bestimmten Größenordnung. Man unterscheidet Handelsbilanz und Steuerbilanz

BWA

Abkürzung für "Betriebswirtschaftliche Auswertung". Unterjährige Erfolgskontrolle über Einnahmen und Ausgaben und den derzeitigen Erfolg = Gewinn des Unternehmens

E

Einkommensteuer

Steuer auf das Einkommen, also die Summe der Überschüsse aus allen Einkunftsarten wie z.B. Arbeitseinkommen, Renten nach Abzug bestimmter privater Kosten

Einkünfte

Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben bei den sieben verschiedenen Einkunftsarten

Einnahmen

Alles, was einem "Brutto" aus einer Einkunftsart, aus Vermögen oder einer Tätigkeit zufließt, soweit es nicht steuerfrei ist

F

Feststellungsbescheid

Besondere Art des Steuerbescheides, wenn an einer Einkunftsquelle mehrere Personen beteiligt sind. Grundlage für die Steuerfestsetzung der Beteiligten

G

Gewerbesteuer

Steuer auf den Gewinn eines Gewerbebetriebes. Die Steuer wird von der Stadt oder Gemeinde festgesetzt und erhoben und teilweise wieder auf die Einkommensteuer angerechnet

Gewinneinkünfte

Drei von den Einkunftsarten sind Gewinneinkünfte: Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, Selbständige Tätigkeit.

Grundsteuer

Steuer auf das Eigentum an einem Grundstück - wird von der Stadt oder Gemeinde festgesetzt.

I

Identifikationsnummer

Eine elfstellige Nummer, die seit 2008 jedem Steuerpflichtigen in Deutschland zugeordnet wird und ein Leben lang gültig ist. Löst auf Dauer die Steuernummer ab

K

Kontieren

Begriff aus der Buchführung. Jeder Einnahme oder Ausgabe wird eine "Kontonummer" aus einem festgelegten Kontenrahmen zugeordnet, z.B. Porto = Konto 4910, Benzinkosten = Konto 4530. So kann aus den einzelnen Belegen eine Jahressumme für bestimmte Einnahmen und Ausgaben ermittelt werden

L

Lohnsteuer

Besondere Erhebungsform der Einkommensteuer für Arbeitnehmer. Der monatliche Lohnsteuerabzug ist eine Vorauszahlung auf die jährliche Einkommensteuer und wird vom Arbeitgeber direkt vom Lohn einbehalten und an das Finanzamt überwiesen

M

Mehrwertsteuer

Anderer Name für die Umsatzsteuer, die bei jedem Konsum einer Ware oder einer Dienstleistung vom Endverbraucher gezahlt wird. Die Umsatzsteuer wird vom Unternehmer an das Finanzamt abgeführt

P

Progression

Der Steuertarif in Deutschalnd ist linear - progressiv. Vereinfacht: ein Grundfreibetrag bleibt steuerfrei (jährlich rund 8.400,00 EUR), für jeden weiteren Euro beginnt die Steuerberechnung bei 14% Steuer und geht bis max. 45% (ab 250.000 EUR Einkommen). Je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz

S

Sonderausgaben

Ausgaben, die privater Natur sind, also weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten, aber ausnahmsweise trotzdem steuerlich abzugsfähig. Insbesondere Spenden, Unterhalt an geschiedenen Ehegatten, Vorsorgeaufwendungen oder Ausbildungskosten

Spitzensteuersatz

Steuer auf die letzten 1.000,00 EUR des Einkommens. Am besten am Beispiel zu erklären: Bei einem Einkommen von 35.000 EUR ist die Einkommensteuer 7.192 EUR (entspricht 20,55% Durchschnitts-Steuersatz). Die Steuer auf 36.000 EUR Einkommen beträgt 7.532 EUR (entspricht 20,92%). Die letzten 1.000 EUR Differenz kosten absolut gesehen 340 EUR mehr Steuern, also 34,00%. Das ist der Spitzensteuersatz

Steuerbescheid

Grundlage der Steuererhebung. Der Steuerbescheid ist ein Verwaltungsakt, der bindend ist und nur unter engen Voraussetzungen geändert werden kann. Auch wenn die Steuer nicht in der richtigen Höhe festgesetzt wurde, muss sie bezahlt werden, wenn der Steuerbescheid bestandskräftig ist.

Steuererklärung

Von jedem Steuerpflichtigen abzugebende Erklärung über das im letzten Kalenderjahr bezogene Einkommen. Das Finanzamt prüft die Angaben und setzt die Höhe der Steuer im Steuerbescheid fest

Steuerkarte

Heute nicht mehr gültiges Papier - Dokument über die Steuerabzugsmerkmale wie Lohnsteuerklasse, Konfession und Zahl der Kinder. Nur für Arbeitnehmer. Heute ersetzt durch das elektronische ELSTAM - Verfahren

Steuerklasse (Lohnsteuer)

Nur für Arbeitnehmer. Bestimmt die Höhe des monatlichen Lohnsteuerabzugs nach bestimmten Kriterien. Wahl der Steuerklasse nur eingeschränkt auf Antrag möglich. Es gibt die Steuerklassen 1, 2, 3, 4, 5 und 6 und Kombinationen zwischen 3 bis 5 bei Ehegatten

Ü

Überschusseinkünfte

Vier von den Einkunftsarten sind Überschuss- einkünfte: Nichtselbständige Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung+Verpachtung, Sonstige Einkünfte (z.B. Renten)

Überschussrechnung (auch Einnahmen - Überschussrechnung oder kurz EÜR)

Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben in vereinfachter Form, wenn keine Bilanz aufgestellt werden muss

V

Veranlagung

So wird das Verfahren genannt, in dem das Finanzamt aufgrund der eingereichten Steuer-erklärung die Höhe der Steuer ermittelt und per Steuerbescheid festsetzt. Der Veranlagung folgt dann das Erhebungsverfahren, in welchem die festgesetzte Steuer "eingetrieben" wird

Vorsorgeaufwendungen

Sonderausgaben, die der Vorsorge dienen. Insbesondere Beiträge zur Krankenversiche-rung, Altersvorsorge, Haftpflicht- oder Unfallversicherung

Vorsteuer

Die Umsatzsteuer, die einem Unternehmer von einem anderen Unternehmer in Rechnung gestellt wird. Ist die Rechnung ordnungsgemäß nach den gesetzlichen Vorgaben, kann der Unternehmer die Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen, d.h. er bekommt sie erstattet

W

Werbungskosten

Ausgaben im Rahmen einer Überschuss-einkunftsart - also keine Betriebsausgaben. Beispiele für Arbeitnehmer: Kosten für ein Arbeitszimmer oder die Fahrten zur Arbeit

Z

Zusammenveranlagung

Besondere Veranlagungsform für Ehepaare oder Lebenspartner. Die Einküfte werden zusammengerechnet, halbiert und die Steuer wird auf das halbierte Einkommen berechnet und dann wieder verdoppelt. Das kann Steuervorteile bringen (Progression)